Kyusho-Jitsu im DJJV

Aus DJJV Technikum

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Exposee zur Trainer – A Jiu-Jitsu Ausbildung 2015
Erstellt von Werner Aßfalg


Inhaltsverzeichnis

Motivation

Das Konzept – Kyusho-Jitsu im DJJV - entstand im Rahmen meiner Ausbildung zum Trainer A – Breitensport Jiu-Jitsu.

Während meiner Ausübung des Ju-Jutsu und Jiu-Jitsu hörte ich immer wieder die Begriffe der „Schmerzpunkte“, „Nervenpunkte“ oder gar Vitalpunkte. Auf der Suche nach Erklärungen konnte mir keiner meiner Meister wirklich sagen was es mit diesen Punkten auf sich hat. Die versuchten Erklärungen gingen immer dahin, dass man mir sagte :“ Schlag auf die empflindlichen Körperstellen, wie Nase, Genitalbereich, Schienbein etc“. Waren dies die „Nervenpunkte“?- Schienbein? Da ich letztlich keine genauere Erklärung fand ließ ich es auf sich beruhen.

Im Herbst 2009 stieß ich durch Zufall auf das Kyusho-Jitsu. Ich versuchte mich darüber zu informieren, fand jedoch nichts. Ein Sportkamerad überredete mich letztlich einen Lehrgang diesbezüglich zu besuchen. Bei diesem Lehrgang fand ich die ersten Informationen, welche mich dazu verleiteten, die Ausbildung zu starten und mehr zu lernen.


Idee

Durch das angeeignete Wissen und dessen Einsatz in den Jiu-Jitsu Techniken, konnte ich mich den Techniken unter einem neuen Blickwinkel widmen.Dies bereicherte mein Training erheblich. Aufgrund dieser Bereicherung habe ich die Idee, das Kyusho-Jitsu dem DJJV vorzustellen und evtl. einzubringen.

Was ist Kyusho-Jitsu?

Kyusho → 急所 wird unter anderem mit Vitaler Punkt, wunder Punkt, empfindliche Körperstelle, jemandes schwacher Punkt übersetzt.

Jitsu → 術 wird als Kunst, Technik, Mittel oder auch Zauberei übersetzt.


Übersetzt kann man Kyusho-Jitsu als die Techniken der Vitalpunkte bezeichnen.

Kyusho sind die Nervenpunkte des menschlichen Körpers, die bei Angriffen besonders sensibel reagieren. Im Chinesischen werden sie als → Xue und → Dianxue bezeichnet.

Das Kysho-Jitsu wurde unter anderem bei den Samurai von Meister zu Meister weiter gegeben. Ein Beleg hierfür könnte ein Auszug aus dem Buch „Bubishi“ von Patrick MCCarthy sein, in dem (übersetzt) in etwa steht

„1638, während der letzten Tage der Ming-Dynastie, erreichte ein chinesischer Kampfkunstexperte aus Hangzhou namens Chen Yuanbin (1587-1671) Nagasaki /Japan, der dann schließlich am Schloß des Owari Daimyo diente. Chen Yuanbin (jap.: Chin Gempei), ebenfalls ein Experte in der Kunst des Ergreifens (qin na) und Angreifens von Vitalpunkten, lehrte seine Kunst Fukuno Shichiroemon, Miura Yojiemon und Isogai Jirozaemon, der daraufhin drei Ju-Jutsu-Schulen gründete. Von diesem Zeitpunkt an benutzten alle Ju-Jutsu Schulen Vitalpunkttechniken, eine Übung, die, warum auch immer, heutzutage nur ein paar Ju-Jutsu Traditionen verstehen. „


Inhalte des Kyusho-Jitsu

1. Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin(TCM)

Zu den Grundlagen der TCM gehört unter anderem das Verständnis von Yin und Yang, ebenso das Verständnis der Lebensenergie Chi (jap. Qi), das Erlernen der Meridiane, welche ebenfalls in Yin und Yang aufgeteilt sind. Hinzu kommen für die Verfeinerung der Einteilung die fünf Elemente aus dem Daoismus. Dies sind Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Selbst die Meridiane sind in die fünf Elemente aufgeteilt.

Nicht zuletzt gehören auch die Vitalpunkte zu den Grundlagen der TCM. Ebenso wird gelehrt, welche Auswirkungen die Bearbeitung der Vitalpunkte haben kann. Dies können sein:

- Lähmung einzelner Körperteile
- Ohnmacht K.O.
- Stoppen der Atmung
- Stoppen des Blutkreislaufes


2. Grundlagen Kyusho-Jitsu

Zu den Grundlagen des Kyusho-Jitsu zählen die Lokalisierung der Vitalpunkte. Es wird gezeigt, wo sie liegen, wie sie am Körper zu finden sind. Wie z.B. in einer Vertiefung oder wie weit sie von Knochen entfernt sind. Diese Entfernung wird mit der Maßeinheit Cun festgelegt.


3. Kiai-Jitsu

Kiai-Jitsu bezeichnet das Wissen um den „Kampfschrei“. Es ist eine Bestimmte Anordnung von Vokalen gemeint, welche helfen die eigene Energie (Chi) zu verstärken, oder durch das eigen gestärkte Chi, das Chi des Gegners so zu beeinflussen, dass meine Technik noch mehr verbessert wird.


4. Kiai Kyusho-Jitsu

Mit dem Kiai Kyusho-Jitsu werden die Hintergründe und die richtige Haltung der Hände und Fäuste gelehrt, mit welchen man die Punkte am Besten treffen oder bearbeiten kann.


5. Kuatsu

Das Kuatsu ist die sogenannte japanische Erste Hilfe und wird richtiger weise Katsu gesprochen. Diese Erste Hilfe ist nur für den Gebrauch innerhalb des Kyusho-Jitsu gedacht und anzuwenden. Sie dient dazu das Energetische Gleichgewicht beim Trainingspartner wieder schneller zu regulieren, beziehungsweise wieder herzustellen.

Es werden verschiedene Techniken und Handlugen gezeigt, um die Energie bei z.B. aufgetretenen Kopfschmerzen, Lungenschock oder gar Herz-Kreislauf Störungen wieder zu regulieren, damit der Trainignspartner keinen Schaden nimmt


6. Einsatz der Vitalpunkte in Jiu-Jitsu Kombinationen

In einem kleinen praktischen Teil werde ich mit drei Kombinationen einen Beispielhaften Einsatz von Vitalpunkten in Ju-Jutsu / Jiu-Jitsu Kombinationen zeigen.


Einbringen in den Verband

Es gilt natürlich zu überlegen, wie das Wissen des Kyusho-Jitsu den Budoka im DJJV zur Verfügung gestellt werden kann. Hierbei ist zu beachten, dass es Kyu- und Dan-Grade mit unterschiedlichem Basis Wissen gibt. Also sollte sich auch das Einbringen in den Verband am Wissenstand orientieren.

Wichtig ist, dass die Sportler weiterhin ihre Sportart betreiben können, mit oder ohne dem Wissen der Vitalpunkte. Wer jedoch möchte, soll die Gelegenheit bekommen, das Wissen des Kyusho-Jitsu zu erlernen. Es soll leicht erlernbar sein.

Das Kyusho-Jitsu könnte man unter anderem in folgenden Formen einbringen:
Gürtelprogramm
Prüfungsordnung
Ausbildungsplan
Lehrgänge
Ausbildungsreihen (für Dan-Träger)
Referenten, Multiplikatoren
Später dann auch Prüfer
Urkunden, Eintrag in den Budo-Pass


Zielgruppe

Die Zielgruppe sind alle Sportler im DJJV, welche Interesse am Kyusho-Jitsu haben.


Umsetzung

Einführung und Verbreitung des Kyusho-Jitsu im DJJV

Hier könnte man eine sogenannte Schnellausbildung von Seiten des DJJV beginnen. Dies könnte so aussehen, dass z.b. aus jeder Stil-Richtung Graduierte mit dem 1. Kyu innerhalb des DJJV eine Schulung erhalten, bei welcher die Vorbereitungszeit aus der Prüfungsordnung ausgesetzt ist. Dies hat den Vorteil, dass in relativ kurzer Zeit Dan-Träger ausgebildet werden könnten. Danach findet die regulär Vorbereitungszeit Anwendung. Diese „Schnellausbildung“ entbindet nicht vom Lernen und von Prüfungen zu den jeweiligen Graden. Nur so könnte eine Qualität gesichert werden.

Bei dieser Ausbildungsmöglichkeit könnte ich mir vorstellen, dass von jedem Bundesland Interessierte teilnehmen und zum ersten Dan gebracht werden. Sie können dann in ihren Bundesländern die Ausbildung in ihrem jeweiligen Bundesland starten.

--Werner Aßfalg 18:50, 6. Okt. 2015 (UTC)

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